Podiumsdiskussion: Die Friedensstatue – Das Schweigen ist sichtbar: Sexualisierte Gewalt in den Erinnerungskulturen Asiens und Europas.

Liebe Studis,

am 17. Juli 2021 um 15:30 Uhr findet im Japanischen Palais, Palaisplatz 11, 01097 Dresden und online im Stream eine Podiumsdiskussion zu dem Thema: Die Friedensstatue – Das Schweigen ist sichtbar: Sexualisierte Gewalt in den Erinnerungskulturen Asiens und Europas statt. 

Im Rahmen der Ausstellung „Sprachlosigkeit. Das laute Verstummen“ ist derzeit im Innenhof des japanischen Palais die Friedensstatue zu sehen: Eine junge Frau sitzt auf einem Stuhl, während der neben ihr unbesetzt ist und zum Sitzen einlädt. Die Bronze erinnert an die Frauen und Mädchen, die während des Asien Pazifik Kriegs (1932-45) für japanische Soldaten sexuell versklavt wurden. 

Seit Anfang der 1990er Jahre kämpfen die „Trostfrauen“ in Asien für die Anerkennung ihres Leids und Entschädigung. Aber Japan tut sich bis heute schwer, seiner historischen Verantwortung gerecht zu werden. 2015 hat zwar das Land im Rahmen eines Agreements mit der damaligen südkoreanischen Regierung eine Entschuldigung ausgesprochen und ein „Heilungsgeld“ gezahlt, aber dies hat sich nicht auf Überlebenden in weiteren Ländern im Asien-Pazifik-Raum erstreckt. Zudem verlangt Japan den Abbau der Statue, wo immer sie steht. Die Betroffenen lehnen das „Heilungsgeld“ ab, verlangen nach aufrichtiger Entschuldigung und offizielle Entschädigung und fordern Erinnerungsorte und die Aufklärung der nächsten Generation in Japan selbst. (https://trostfrauen.de)
 
Im Vergleich dazu ist die sexuelle Gewalt, die Wehrmachtssoldaten und SS-Männer während des Zweiten Weltkriegs in den besetzten Gebieten und während des Holocaust verübt haben, in Deutschland und Europa kein Thema. Auch die Zwangsprostitution weiblicher Häftlinge in den KZ-Bordellen ist wenig bekannt. Hier gibt es keine Klägerinnen, die Gerechtigkeit einfordern, und keine breite Unterstützungsbewegung, die Statuen errichtet. Warum ist das so? Wie verstehen wir das Sprechen, aber auch das Schweigen über diese Form von Gewalt seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und bis heute?
 
Auf dem Podium diskutieren die Teilnehmer*innen den Umgang mit sexueller Gewalt im Zweiten Weltkrieg und reflektieren die damit verbundenen Erinnerungskulturen in Asien und Europa. Dabei wird besonders auf die unterschiedlichen Ebenen von Politik und Zivilgesellschaft sowie auf den Umgang mit Tätern und Opfern im Spiegel des Geschlechterverhältnisses im postkolonialen Zeitalter geachtet.
Ihr könnt die Veranstaltung vor Ort in Dresden besuchen, sie wird aber auch als Livestream im YouTube-Kanal der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu sehen sein: https://www.youtube.com/user/SKDmuseen/.
Die Einladung und weitere Infos findet ihr hier: Einladung: Podiumsdiskussion Sprachlosigkeit.
Viel Spaß!
Euer
FSR PoWi

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